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Während wir in dieser Zeit des allzu spürbaren Umbruchs erst noch verstehen lernen müssen, welches Ausmaß eine Plattform wie Wikileaks auf politische und somit gesellschaftliche Entwicklungen und unser demokratisches Verständnis tatsächlich hat, zeichnet sich im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Julian Assange eine Tendenz der Meinungsäußerung ab, welche ein ganz spezielles Risiko in sich birgt. Die Verharmlosung von sexuellen Straftaten.

Zur eigentlich unnötigen Erinnerung: Der Haftbefehl gegen den Wikileaks Gründer wurde wegen des Vorwurfs der Nötigung, sexueller Belästigung und Vergewaltigung erlassen (hier das schwedische Original und die Aktualisierung nach der Festnahme). Widerwärtige Verbrechen für die er, sollten sich die Anschuldigungen als wahr herausstellen, verurteilt werden muss. So einfach ist es und zugleich doch so schwer. Denn selbstverständlich muss auch in seinem Fall die Prämisse Zweifel für den Angeklagten gelten.

Einigen Unterstützern und Befürwortern von Wikileaks scheint der ungeklärte Vorwurf allerdings bereits Anlass genug, sich mit Abwertungen bis hin zu schlimmen Abfälligkeiten über die potentiellen Opfer zu äußern. Im Zweifel für sie zu sein, ist hier offenbar erst gar keine Option, schließlich sind sie ja lediglich Teil einer Schmutzkampagne gegen Assange. Stattdessen werden in unzähligen Tweets und Blogposts, zusätzlich zur Unwissenheit über die schwedische Gesetzeslage, Bilder geprägt, die im Kontext von Vergewaltigungsvorwürfen leider allzu verfestigt sind. Besonders, wenn es sich beim Beschuldigten um eine prominente Person handelt.

Die amerikanische Autorin und Aktivistin Jaclyn Friedman hat dies in ihrem Artikel we talk about when we talk about rape folgendermaßen beschrieben:

Sobald der Vorwurf einer Vergewaltigung in den Nachrichten erscheint (meistens, weil der Angeklagte berühmt ist), wird dieser mit unserer kollektiven, unterbewussten Vorstellung dessen verglichen, wie eine Vergewaltigung [] aussieht. Zur Erinnerung: Der Vergewaltiger ist ein furchterregender Fremder mit einer Waffe, noch besser ein armer Farbiger [ man of color Das Opfer ist eine junge, weiße, recht hübsche, nüchterne, unschuldige Jungfrau. Außerdem gibt es Zeugen und/oder unbestreitbare physische Beweise, und das Opfer rennt zu den Autoritäten, sobald der Angriff vorbei ist.

In Wirklichkeit passieren tatsächliche Vergewaltigungen fast nie nach dieser Vorstellung. Die meisten Vergewaltiger benutzen keine Waffen, sondern Alkohol oder Drogen, um den bergriff zu erleichtern, und die wenigsten berühmten Männer, deren Anklägerinnen mediale Aufmerksamkeit erhalten, sind arme Farbige. Es passiert nicht in einem Vakuum, wenn den Opfern Schuld vorgeworfen oder hinterfragt wird, warum ihre Darstellung nicht unserer Vorstellung von Vergewaltigung entspricht. Millionen von Menschen sehen und hören zu, während solche Vergewaltigungsmythen bis zum Gehtnichtmehr wiederholt werden.

Der grausame Effekt: Menschen, denen sexuelle Gewalt widerfährt, zweifeln verstärkt daran, ob sie überhaupt richtig einschätzen, was ihnen angetan wurde und trauen sich dementsprechend immer seltener, rechtliche Schritte gegen die Täter einzuleiten. Dass dies ebenso durch Retweets geschmackloser Witze unterstrichen wird, bedarf wohl keiner weiteren Betonung. In Bezug auf den Fall Julian Assange verschärfen sich diese Umstände sogar noch in äußerst grotesker Art, da die Realität um das Stellen eines Sexualstraftäters eine gänzlich andere und sehr traurige ist, wie die Feministin Naomi Wolf ausführlich bei der Huffington Post zusammenfasst:

[] für die zehntausenden Frauen, die entführt und vergewaltigt, mit vorgehaltener Waffe vergewaltigt, gruppenvergewaltigt, mit scharfen Gegenständen vergewaltigt, geschlagen und vergewaltigt, als Kinder vergewaltigt, von Bekannten vergewaltigt wurden und die immer noch auf den kleinsten Hauch von Gerechtigkeit warten , ist die höchst ungewöhnliche Reaktion Schwedens und Großbritanniens auf diese Situation ein Schlag ins Gesicht. Sie scheint allen Frauen in Großbritannien und Schweden, die beim Vorwurf eines Sexualverbrechens ernst genommen werden wollen, klarzumachen, dass sie sichergehen sollten, dass der Mann,
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den sie anklagen, zufälligerweise auch noch die mächtigste Regierung der Welt bloßgestellt hat.

Die Bedeutung von Wikileaks also einmal außen vor gelassen und eine politische Motivation des Haftbefehls beiseite geschoben, halte ich es daher ganz mit den Worten von Jill Filipovic und bitte jeden, der sich zum Fall Assange äußern möchte, diese im Hinterkopf zu behalten:

[] auch wenn die Heftigkeit von Assanges Verfolgung klar politisch motiviert ist, bedeutet dies nicht, dass die Vorwürfe gegen ihn dadurch völlig unglaubhaft sind oder er sich diesen Vorwürfen nicht stellen muss. Tatsächlich kann man Wikileaks unterstützen und gleichzeitig sein Urteil darüber zurückhalten, ob sich Assange der Vergewaltigung strafbar gemacht hat und vor allem darüber, ob die Frauen lügen. Wenn man die beteiligten Frauen diskreditiert, schafft man ein feindliches Klima für berlebende von Vergewaltigungen und erneuert die furchtbaren alten Klischees über Frauen und Vergewaltigungen.

Zu Naomi Wolf Ja, selbst sie als langjährige Feministin hat es geschafft, sich abfällig über die Frauen im Fall Assange zu äußern (Auszug: alleged victims are also upset that he began dating a second woman while still being in a relationship with the first. und wurde deswegen auch absolut zu Recht kritisiert. Dessen war ich mir bewusst, als ich diesen Post schrieb. Im Grunde ist sie damit nämlich leider ein perfektes Beispiel für das hier angesprochene Problem: Wenn sogar mit dem Thema der Sexualstraftaten vertraute Menschen plötzlich in diesem Kontext mit ekligen Klischees aufwarten, ist das Risiko einer solchen Art der Diskussionsführung mehr als offensichtlich.

Differenzierung sei ihr natürlich dennoch ebenso zugestanden. Ihre ußerungen ändern nämlich nichts daran, dass es stimmt wenn sie sagt, dass die an der Suche nach Assange beteiligten Staaten eine falsche Botschaft senden, da andere, weitaus schwerere Sexualstraftaten abwertet bzw. vollkommen ignoriert werden. Hier liegt die Verharmlosung also auf staatlicher Seite, ist dadurch aber logischerweise nicht ungefährlicher in Bezug auf das geprägte Bild von Vergewaltigungsopfern und stellt somit für mich nicht zwingend einen logischen Bruch dar, als den ihn offenbar einige empfinden.

Zum Sex mit Einverständnis Hierzu sei ebenfalls Jill Filipovic zitiert, dieses Mal aus ihrem generell sehr lesenswerten Artikel thoughts on by surprise‘ you consent to sex but then at some point during sex withdraw that consent by telling your partner to stop, your partner should stop, and if your partner doesn’t stop then that’s assault. It’s not too hard, for those of us who have had sex, to imagine how this works I have a difficult time imagining any decent human being hearing their partner say „Stop!“ in the middle of sex and not, you know, stopping. I can’t imagine hearing my partner say „Stop“ and not stopping. And if your partner is saying „Stop stop stop stop!“ and you keep going, yes, you are raping them.

Zusammengefasst heißt dies also, dass ein anfängliches Einverständnis selbstverständlich kein Freifahrtschein ist, wenn während des Geschlechtsverkehrs etwas passiert, das die sexuelle Integrität eines Partners verletzt. Und wenn zum Beispiel die Bedingung für das Einverständnis das Tragen eines Kondoms war was für jeden mit nur einem kleinen Maß an Verstand nachvollziehbar ist, der Spaß an Sex haben und zugleich ungewollte Schwangerschaften und/oder die Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten vermeiden möchte dann fällt dies nun mal darunter. Einfach schlafend neben jemandem zu liegen, ist darüber hinaus natürlich fern jeglichen Einverständnisses. Weshalb das für manchen nicht nachvollziehbar ist, kann ich wiederum nicht verstehen.

Allgemein Es geht mir darum, darauf hinzuweisen, wie leider zu oft über Sexualstraftaten und deren Opfer geredet wird, wenn wie zum Beispiel im Fall Assange ebenso der Verdacht der Instrumentalisierung besteht.

Wie auch immer. Ich glaube, dass die ganze Geschichte einigen, wenn nicht allen Regierungen gerade ganz gut in den Kram passt und die beiden Frauen auch nicht leer ausgehen würden falls Julian Assange tatsächlich hinter Gitter kommt.

15.12.2010 um 15:32 Sicher ist das eine komplexe Angelegenheit.

Wenn es sich in der Tat um eine Vergewaltigung gehandelt hat oder um sexuellen Missbrauch, muss das selbstverständlich verfolgt und bestraft werden.

Die Schwellen der staatlichen Reaktion liegen hier in einigen Ländern bewusst niedrig, so dass solche Vorfälle aufgeklärt werden können. Nicht immer ist ein Haftbefehl schon ein Schuldspruch.

Assange ist nicht berühmt und hat dann die beiden Frauen getroffen.

Wenn ich die Zusammenfassung der Protokolle, wie sie kursierte, recht verstanden habe, wusste beide Frauen genau wer er war und mindestens eine war sogar in seiner Veranstaltung und hat sich mit ihm verabredet. Die andere hat ihm (ursprünglich in ihrer Abwesenheit) ihre Wohnung überlassen.

Das entschuldigt oder erklärt nichts, aber der Zusammenhang zwischen Assanges Aktivismus und den Treffen mit den beiden Frauen ist unmittelbar gegeben.

Zu fragen ist auch, ob die beiden Frauen die Polizei aufgesucht hätten, wenn Assange NICHT medienbekannt gewesen wäre.

Insofern gibt es einen unmittelbaren und nicht nur zufälligen Zusammenhang zwischen Bekanntheit, Kontakt, Geschehnissen und Vorwurf. (Nichts anderes will ich hier sagen!)
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