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Review von Ingo Scheel

Das Erbe einer der größten Bands des Planeten zu verwalten, ist kein ganz leichtes Unterfangen, gerade wenn sich die Reihen über die Jahre so gelichtet haben wie im Falle der Ramones. Die Original Besetzung mit Joey, Johnny, Tommy und Dee Dee ist in Gänze in die Rock’n’Roll Jagdgründe eingegangen. Im Hier und Jetzt trägt Marky das teerfarbene Toupet um die Häuser. Clem Burke (Blondie) geriet mit seinem kurzen Gastspiel eh nur zur namhaften Fußnote.

Bleibt: CJ Ramone. Der zählte von 1989 bis zum Ende der Band 1996 zum Aufgebot. Wie Marky ist er immer noch agil, tourt mit den größten Hits und füttert sein Set mit eigenem Material an. Mit „American Beauty“ liegt nun sein drittes echtes Soloalbum vor und das, bringen wir es 1 2 3 4 auf den Punkt, firmiert im ewigen Rockduden unter dem Schlagwort „solide“. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Letztlich wollen ohnehin alle nur die Hits hören. Was ergäbe da also mehr Sinn, als das eigene Oeuvre dem Geiste des New Yorker Clans anzugleichen? „Let’s Go“ nennt als schmissiger Opener das Kind gleich beim Namen, „Yeah Yeah Yeah“ haut in die gleiche Kerbe. Tempo, Beats, simple Arrangements alles oldschool, alles im Mix von CJ selbst und Paul Miner (Ex Death by Stereo). Der hatte unter anderem schon Touch Amour unter den Händen, in adäquat dickes Soundkleid gegossen. Tight wie Röhrenjeans und speckig wie eine Lederjacke aus dem Second Hand Laden, von den Adolescents Gitarristen Steve Soto und Dan Root und Street Dogs Drummer Pete Sosa schmissig aus der Hüfte geschossen.

Ganz so einfach macht es sich Christopher Joseph Ward, so CJs bürgerlicher Name, dann aber doch nicht. Mit „You’ll Never Make Believe“ lässt er ein wenig kalifornisches Sonnenlicht strahlen, „Girlfriend In A Graveyard“ zitiert schwarzen Gothic Humor im Stile der Damned, und „Tommy’s Gone“ nachtwandelt als spärlich instrumentierter Trauermarsch daher.

Gegen Ende wird es leider etwas dünne und offenbart die Crux an der Sache, dass eben Bubblegum Lyrics aus der Boy meets Girl Schublade ohne Joeys doppelbödigen Approach gern in flache Gewässer abdriften. Was solls. Am Schluss reitet CJ auf Tom Waits‘ „Pony“ das Ding dann aufrecht nach Hause, unter Trompeten Begleitung aus dem Stall der Mariachi El Bronx. Ein Album, an dem selbst Johnny, der alte Nörgler, nicht allzu viel aussetzen gehabt hätte.
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