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NEUBURG. Was für ein Auftakt! Gleich zu Beginn der 65. Neuburger Barockkonzerte sind im Stadttheater an einem Abend die Besten versammelt, die man am Hof Ludwigs XIV. finden kann: Molire, Schauspieler und Dramatiker, königlicher Vergnügungsdirektor und Taufpate eines Königssohns, dessen amüsante, gesellschaftskritische Stücke den Nerv der Zeit und gelegentlich auch den des Hofstaats empfindlich trafen, und der doch ein Liebling des Sonnenkönigs war. Dazu Franois Couperin, genannt „Le Grand“, Organist der Kapelle in Versailles und Musiklehrer der königlichen Familie, den der musikbesessene Ludwig auch regelmäßig bei seinen Hofkonzerten hörte. Ihm sehr verbunden war Michel Pignolet de Montclair, Verfasser eines bedeutenden musikalischen Unterrichtswerks, Lehrer einer Tochter Couperins und Kontrabassist an der Acadmie Royale de Musique. Er gilt als „Vorläufer Rameaus“, und seine Kantaten, als „zu den besten Werken dieser Gattung in Frankreich“ gerechnet, setzten Maßstäbe für deren weitere Entwicklung. Marin Marais, Sologambist der königlichen Kammermusik und hoch geschätzter Komponist, komplettiert das hochrangige Ensemble.

Spezialisten auf ihrem Gebiet

Autor und Komponisten ebenbürtig ist die Besetzung, die am Freitag, 11. Oktober, um 20 Uhr „Le triomphe de l’amour“, ein höchst amüsantes Opernpasticcio, auf die Bühne bringen wird: Von der Compagnie Opra Baroque sind Theodora Baka (Sopran) und Markus Flaig (Bass) mit den Schauspielern Doris Friedmann und Christian Wirmer zu sehen. Begleitet werden sie vom United Continuo Ensemble unter Leitung von Jörg Meder. Die Zuschauer dürfen zeittypische, elegante Klänge von Violine, Flauto traverso, Theorbe und Barockgitarre, Cembalo und Viola da gamba erwarten, denn die Musiker sind Spezialisten auf dem Gebiet der barocken Oper.

„Alles nur geklaut.“?

Das Pasticcio, inszeniert von Michael Joly, ergänzt Szenen aus verschiedenen Stücken Molires durch heitere Anekdoten und Intrigen am Versailler Hof und verwebt sie mit Kompositionen von Couperin und Montclair (darunter die bildhaften, effektvoll komponierten weltlichen Kantaten „Pan et Sirinx“ und „Il dispetto in amore“). Sie studierte an der Musikhochschule Hannover Gesang und Kammermusik bei Prof. Norma Enns. 2000 und 2001 war sie Preisträgerin sowohl beim TECHNI Gesangwettbewerb in Thessaloniki als auch beim Gesangwettbewerb der Händel Gesellschaft in Göttingen. Als Solistin gastierte Baka an den Opernhäusern und Theatern von Bielefeld, Bremen, Hannover, Lissabon, Thessaloniki, Wiesbaden, Bilbao, Ferrara und Modena sowie am Markgräflichen Opernhaus Bayreuth, dem Theater an der Wien, dem Thtre des Champs lyses und der Athen Concert Hall (Megaron). Sie spielte außerdem bei den Sommerfestspielen Eutin, den Sommerfestspielen Korinth, den Internationalen Maifestspielen in Wiesbaden und den Händel Festspielen Halle und Göttingen. Darüber hinaus trat sie international auf mit den Rundfunk und Staatsorchestern von Athen, Thessaloniki und Patras sowie der Philharmonischen Gesellschaft Bremen, Il Complesso Barocco unter der Leitung von Alan Curtis und den Latinitas Nostra auf. Sie arbeitete unter anderem mit den Regisseuren Nicolas Stemann, Siegfried Grote, Daniele Abbado, Stefano Vizioli, Arnaud Bernard und Apostolia Papadamakis.

Auch im Bereich der Kammermusik ist Theodora Baka erfolgreich. Sie gründete zusammen mit dem Konzertgitarristen Rainer Scheurenbrand das Duo Cancin und widmet sich mit ihrem Ensemble Erato der griechischen Musik. Theodora Baka konzertierte mit diversen Ensembles (unter anderem Fretwork, Ex Silentio,
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Atalante) bei zahlreichen internationalen Festivals, beispielsweise Musica e Poesia a San Maurizio, Montalbne, Festival Santiago de Compostela, Milano incontra la Grecia.

Markus Flaig wurde in Horb am Neckar geboren. Er studierte zunächst Kirchenmusik und dann Gesang bei Prof. Beata Heuer Christen in Freiburg und bei Prof. Berthold Possemeyer in Frankfurt am Main; seit Herbst 2006 arbeitet er mit Carol Meyer Bruetting. Konzertreisen führten den Bassbariton durch ganz Europa, nach Kolumbien, Mexiko und Korea sowie nach Japan für eine Tournee unter Masaaki Suzuki, im Herbst 2010 schließlich nach Brasilien, Uruguay und Argentinien für Aufführungen der h Moll Messe mit dem Thomanerchor Leipzig. Zahlreiche Rundfunk , Fernseh und CD Produktionen unter Dirigenten wie Thomas Hengelbrock, Hermann Max und Konrad Junghänel zeugen von seinem breit gefächerten Repertoire, das von der Renaissance über die Oratorien aus Barock, Klassik und Romantik bis hin zu Uraufführungen zeitgenössischer Komponisten reicht. 2004 wurde Markus Flaig Preisträger des Internationalen Johann Sebastian Bach Wettbewerbs Leipzig. Vor kurzem hat er für die edition chrismon zusammen mit dem Ensemble Alta Ripa sein erstes Solo Album eingespielt mit Kantaten von Bach (BWV 82), Telemann und Graupner. Bereits während seines Kirchenmusikstudiums erhielt er einen ersten Gastvertrag an den Städtischen Bühnen Freiburg für die Partie des Azarias in Benjamin Brittens Kirchenparabel „The burning fiery furnace“. Seither war er in Opern von Strauss, Schwehr, Monteverdi, Purcell und Rameau auf den Bühnen von Baden Baden, Schwetzingen, Bayreuth, Hannover und Frankfurt zu sehen.

Doris Friedmann studierte an der Scuola Teatro Dimitri (Schweiz). Sie spielte bei der Compagnia Dimitri, dem Theater Chapiteau und Pomp Duck and Circumstance. Auch beim Pegasustheater und dem Theater Zauberkiste, dem Amadeustheater und August September ist die Schauspielerin zu sehen.

Der Schauspieler Christian Wirmer erlernte seinen Beruf an der Westfälischen Schauspielschule Bochum. Es folgten Festengagements am Theater Trier, dem Staatstheater Hannover, Theater Basel und dem Staatstheater Darmstadt. Gastengagements führten ihn an zahlreiche Häuser im In und Ausland.

In der Compagnie Opra Baroque, die im Jahr 2007 gegründet wurde, sind Gesangssolisten, Vokalensembles und Instrumentalisten, Tänzer und Schauspieler, bildende Künstler sowie Bühnen und Maskenbildner aus verschiedenen Ländern um den United Continuo Service vereint. Die Compagnie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Musiktheater und Opernproduktionen aus der Zeit des Barocks zu realisieren. Viele der Künstler und Ensembles kooperieren seit Jahren schon mit dem United Continuo Service.

Das United Continuo Ensemble wurde 1995 vom Gambisten Jörg Meder gegründet. Die Formation besteht aus Musikern, die sich auf Basso Continuo Instrumente spezialisiert haben. Das Repertoire umfasst Konzertprogramme mit Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts verschiedener Länder, musikalisch szenische Aufführungen, Tanzperformances und Opernproduktionen. Sein Debüt gab das Ensemble 1995 bei den Fredener Musiktagen mit der Altistin Rene Morloc. Seitdem war es mit verschiedenen Programmen bei bedeutenden Festivals in Deutschland, Frankreich, Griechenland, Litauen, Mexiko und den USA zu Gast. Für verschiedene Programme arbeiten die Musiker mit anderen Ensembles und Künstlern zusammen, beispielsweise mit dem auf Commedia dell’Arte spezialisierten Pegasustheater aus Wiesbaden, dem Freien Tanztheater Frankfurt und dem Ensemble amarcord. Die erfolgreiche Opernproduktion „Les Fetes d’Hb“ (Jean Philippe Rameau) mit dem Tanzensemble Cracivia Danza beim Bayreuther Barock im Markgräflichen Opernhaus führte zur Gründung der Compagnie Opra Baroque. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Arbeit des Ensembles ist die Kombination Alter Musik mit modernen, experimentellen Aspekten.

Jörg Meder studierte Theaterpädagogik an der Theaterwerkstatt in Frankfurt am Main und danach Viola da gamba bei Reinhard Tüting an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover, anschließend bei Prof. Achim Weigel an der Hochschule der Künste Hamburg. Weiterführende Kurse besuchte er unter anderem bei Jordi Savall, Sarah Cunningham, Richard Campbell und Fretwork. Mit dem von ihm gegründeten United Continuo Service arbeitet Meder regelmäßig mit Schauspielern, Tänzern, Vokal und Instrumentalsolisten zusammen. Als Gambist und Violinist konzertiert er regelmäßig mit verschiedenen Ensembles (beispielsweise mit dem Ensemble anima mea aus Berlin, Ensemble 1700 aus Köln, Millefeuilles Zürich und vielen anderen). Konzerttourneen, Rundfunk und CD Produktionen führten ihn zu wichtigen Festivals innerhalb und außerhalb Europas. Sein Interesse an Jazzmusik brachte Jörg Meder mit Musikern wie dem Pianisten Michael Wollny und dem Saxophonisten Heinz Sauer zu gemeinsamen Projekten zusammen. Meder lehrte Viola da gamba am Kodaly Conservatory in Athen und der Ionian University Corfu (Griechenland) sowie bei der International Summer Academy of Early Music in Warschau (Polen). Seit 2007 ist er Lehrbeauftragter für Violone/Streichbass des 17. Jahrhunderts an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig.

„Le triomphe de l’amour“

Szenen von Molire und Kompositionen von Franois Couperin,
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Michel Pignolet de Montclair und Marin Marais