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Friedrich Nietzsche

1873, aus dem Nachla 1

In irgend einem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Tiere das Erkennen erfanden. Es war die hochm und verlogenste Minute der „Weltgeschichte“: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Atemz der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Tiere mu sterben. So k jemand eine Fabel erfinden und w doch nicht gen illustriert haben, wie kl wie schattenhaft und fl wie zwecklos und beliebig sich der menschliche Intellekt innerhalb der Natur ausnimmt. Es gab Ewigkeiten, in denen er nicht war; wenn es wieder mit ihm vorbei ist, wird sich nichts begeben haben. Denn es gibt f jenen Intellekt keine weitere Mission, die das Menschenleben hinausf Sondern menschlich ist er, und nur sein Besitzer und Erzeuger nimmt ihn so pathetisch, als ob die Angeln der Welt sich in ihm drehten. K wir uns aber mit der M verst so w wir vernehmen, da auch sie mit diesem Pathos durch die Luft schwimmt und in sich das fliegende Zentrum dieser Welt f Es ist nichts so verwerflich und gering in der Natur, was nicht, durch einen kleinen Anhauch jener Kraft des Erkennens, sofort wie ein Schlauch aufgeschwellt w und wie jeder Lasttr seinen Bewunderer haben will, so meint gar der Stolzeste Mensch, der Philosoph, von allen Seiten die Augen des Weltalls teleskopisch auf sein Handeln und Denken gerichtet zu sehen.

Es ist merkw da dies der Intellekt zustande bringt, er, der doch gerade nur als Hilfsmittel den ungl delikatesten, verg Wesen beigegeben ist, um sie eine Minute im Dasein festzuhalten, aus dem sie sonst, ohne jene Beigabe, so schnell wie Lessings Sohn zu fl allen Grund h Jener mit dem Erkennen und Empfinden verbundene Hochmut, verblendende Nebel die Augen und Sinne der Menschen legend, t sie also den Wert des Daseins, dadurch da er das Erkennen selbst die schmeichelhafteste Wertsch in sich tr Seine allgemeinste Wirkung ist T aber auch die einzelnsten Wirkungen tragen etwas von gleichem Charakter an sich.

Der Intellekt, als ein Mittel zur Erhaltung des Individuums, entfaltet seine Hauptkr in der Verstellung; denn diese ist das Mittel, durch das die schw weniger robusten Individuen sich erhalten, als welchen einen Kampf um die Existenz mit H oder scharfem Raubtier Gebi zu f versagt ist. Im Menschen kommt diese Verstellungskunst auf ihren Gipfel: hier ist die T das Schmeicheln, L und Tr das Hinter dem R das Repr das im erborgten Glanze Leben, das Maskiertsein, die verh Konvention, das B vor anderen und vor sich selbst, kurz das fortw Herumflattern um die eine Flamme Eitelkeit so sehr die Regel und das Gesetz, da fast nichts unbegreiflicher ist, als wie unter den Menschen ein ehrlicher und reiner Trieb zur Wahrheit aufkommen konnte. Sie sind tief eingetaucht in Illusionen und Traumbilder, ihr Auge gleitet nur auf der Oberfl der Dinge herum und sieht „Formen“, ihre Empfindung f nirgends in die Wahrheit, sondern begn sich, Reize zu empfangen und gleichsam ein tastendes Spiel auf dem R der Dinge zu spielen. Dazu l sich der Mensch nachts, ein Leben hindurch, im Traume bel ohne da sein moralisches Gef dies je zu verhindern suchte: w es Menschen geben soll, die durch starken Willen das Schnarchen beseitigt haben. Was wei der Mensch eigentlich von sich selbst! Ja, verm er auch nur sich einmal vollst hingelegt wie in einen erleuchteten Glaskasten, zu perzipieren? Verschweigt die Natur ihm nicht das Allermeiste, selbst seinen K um ihn, abseits von den Windungen der Ged dem raschen Flu der Blutstr den verwickelten Fasererzitterungen, in ein stolzes, gauklerisches Bewu zu bannen und einzuschlie Sie warf den Schl weg: und wehe der verh Neubegier, die durch eine Spalte einmal aus dem Bewu heraus und hinabzusehen verm und die jetzt ahnte, da auf dem Erbarmungslosen, dem Gierigen, dem Uners dem M der Mensch ruht, in der Gleichg seines Nichtwissens, und gleichsam auf dem R eines Tigers in Tr h Woher, in aller Welt, bei dieser Konstellation der Trieb zur Wahrheit!

Soweit das Individuum sich, gegen andern Individuen, erhalten will, benutzt es in einem nat Zustand der Dinge den Intellekt zumeist nur zur Verstellung: weil aber der Mensch zugleich aus Not und Langeweile gesellschaftlich und herdenweise existieren will, braucht er einen Friedensschlu und trachtet danach, da wenigstens das allergr bellum omnium contra omnes aus seiner Welt verschwinde. Dieser Friedensschlu bringt etwas mit sich, was wie der erste Schritt zur Erlangung jenes r Wahrheitstriebes aussieht. Jetzt wird n das fixiert, was von nun an „Wahrheit“ sein soll, das hei es wird eine gleichm g und verbindliche Bezeichnung der Dinge erfunden, und die Gesetzgebung der Sprache gibt auch die ersten Gesetze der Wahrheit: denn es entsteht hier zum ersten Male der Kontrast von Wahrheit und L Der L gebraucht die g Bezeichnungen, die Worte, um das Unwirkliche als wirklich erscheinen zu machen; er sagt zum Beispiel: „ich bin reich“, w f seinen Zustand gerade „arm“ die richtige Bezeichnung w Er mi die festen Konventionen durch beliebige Vertauschungen oder gar Umkehrungen der Namen. Wenn er dies in eigenn und Schaden bringender Weise tut, so wird ihm die Gesellschaft nicht mehr trauen und ihn dadurch von sich ausschlie Die Menschen fliehen dabei das Betrogenwerden nicht so sehr als das Besch durch Betrug: sie hassen, auch auf dieser Stufe, im Grunde nicht die T sondern die schlimmen, feindseligen Folgen gewisser Gattungen von T In einem beschr Sinne will der Mensch auch nur die Wahrheit: er begehrt die angenehmen, Leben erhaltenden Folgen der Wahrheit, gegen die reine folgenlose Erkenntnis ist er gleichg gegen die vielleicht sch und zerst Wahrheiten sogar feindlich gestimmt. Und wie steht es mit jenen Konventionen der Sprache? Sind sie vielleicht Erzeugnisse der Erkenntnis, des Wahrheitssinnes, decken sich die Bezeichnungen und die Dinge? Ist die Sprache der ad Ausdruck aller Realit Nur durch Verge kann der Mensch je dazu kommen zu w er besitze eine „Wahrheit“ in dem eben bezeichneten Grade. Wenn er sich nicht mit der Wahrheit in der Form der Tautologie, das hei mit leeren H begn will, so wird er ewig Illusionen f Wahrheiten einhandeln. Was ist ein Wort? Die Abbildung eines Nervenreizes in Lauten. Von dem Nervenreiz aber weiterzuschlie auf eine Ursache au uns, ist bereits das Resultat einer falschen und unberechtigten Anwendung des Satzes vom Grunde. Wie d wir, wenn die Wahrheit bei der Genesis der Sprache, der Gesichtspunkt der Gewi bei den Bezeichnungen allein entscheidend gewesen w wie d wir doch sagen: der Stein ist hart: als ob uns „hart“ noch sonst bekannt w und nicht nur als eine ganz subjektive Reizung! Wir teilen die Dinge nach Geschlechtern ein, wir bezeichnen den Baum als m die Pflanze als weiblich: welche willk Wie weit hinausgeflogen den Kanon der Gewi Wir reden von einer „Schlange“: die Bezeichnung trifft nichts als das Sichwinden, k also auch dem Wurme zukommen. Welche willk Abgrenzungen, welche einseitigen Bevorzugungen bald der bald jener Eigenschaft eines Dinges! Die verschiedenen Sprachen, nebeneinander gestellt, zeigen, da es bei den Worten nie auf die Wahrheit, nie auf einen ad Ausdruck ankommt: denn sonst g es nicht so viele Sprachen. Das „Ding an sich“ (das w eben die reine folgenlose Wahrheit sein) ist auch dem Sprachbildner ganz unfa und ganz und gar nicht erstrebenswert. Er bezeichnet nur die Relationen der Dinge zu den Menschen und nimmt zu deren Ausdrucke die k Metaphern zu Hilfe. Ein Nervenreiz, zuerst in ein Bild! Erste Metapher. Das Bild wieder nachgeformt in einem Laut! Zweite Metapher. Und jedesmal vollst der Sph mitten hinein in eine ganz andre und neue. Man kann sich einen Menschen denken, der ganz taub ist und nie eine Empfindung des Tones und der Musik gehabt hat: wie dieser etwa die chladnischen Klangfiguren im Sande anstaunt, ihre Ursachen im Erzittern der Saite findet und nun darauf schw wird, jetzt m er wissen, was die Menschen den „Ton“ nennen, so geht es uns allen mit der Sprache. Wir glauben etwas von den Dingen selbst zu wissen, wenn wir von B Farben, Schnee und Blumen reden, und besitzen doch nichts als Metaphern der Dinge, die den urspr Wesenheiten ganz und gar nicht entsprechen. Wie der Ton als Sandfigur, so nimmt sich das r X des Dings an sich einmal als Nervenreiz, dann als Bild, endlich als Laut aus. Logisch geht es also jedenfalls nicht bei der Entstehung der Sprache zu, und das ganze Material, worin und womit sp der Mensch der Wahrheit, der Forscher, der Philosoph arbeitet und baut, stammt, wenn nicht aus Wolkenkuckucksheim, so doch jedenfalls nicht aus dem Wesen der Dinge.

Denken wir besonders noch an die Bildung der Begriffe. Jedes Wort wird sofort dadurch Begriff, da es eben nicht f das einmalige ganz und gar individualisierte Urerlebnis, dem es sein Entstehen verdankt, etwa als Erinnerung dienen soll, sondern zugleich f zahllose, mehr oder weniger da hei streng genommen niemals gleiche, also auf lauter ungleiche F passen mu Jeder Begriff entsteht durch Gleichsetzen des Nichtgleichen. So gewi nie ein Blatt einem andern ganz gleich ist, so gewi ist der Begriff Blatt durch beliebiges Fallenlassen dieser individuellen Verschiedenheiten, durch ein Vergessen des Unterscheidenden gebildet und erweckt nun die Vorstellung, als ob es in der Natur au den Bl etwas g das „Blatt“ w etwa eine Urform, nach der alle Bl gewebt, gezeichnet, abgezirkelt, gef gekr bemalt w aber von ungeschickten H so da kein Exemplar korrekt und zuverl als treues Abbild der Urform ausgefallen w Wir nennen einen Menschen „ehrlich“. warum hat er heute so ehrlich gehandelt? fragen wir. Unsere Antwort pflegt zu lauten: seiner Ehrlichkeit wegen. Die Ehrlichkeit! Das hei wieder: das Blatt ist die Ursache der Bl Wir wissen ja gar nichts von einer wesenhaften Qualit die „die Ehrlichkeit“ hie wohl aber von zahlreichen individualisierten, somit ungleichen Handlungen, die wir durch Weglassen des Ungleichen gleichsetzen und jetzt als ehrliche Handlungen bezeichnen; zuletzt formulieren wir aus ihnen eine qualitas occulta mit dem Namen: „die Ehrlichkeit“. Das des Individuellen und Wirklichen gibt uns den Begriff, wie es uns auch die Form gibt, wohingegen die Natur keine Formen und Begriffe, also auch keine Gattungen kennt, sondern nur ein f uns unzug und undefinierbares X. Denn auch unser Gegensatz von Individuum und Gattung ist anthropomorphisch und entstammt nicht dem Wesen der Dinge, wenn wir auch nicht zu sagen wagen, da er ihm nicht entspricht: das w n eine dogmatische Behauptung und als solche ebenso unerweislich wie ihr Gegenteil.

Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien, Anthropomorphismen,
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kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert, geschm wurden, und die nach langem Gebrauch einem Volke fest, kanonisch und verbindlich d die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, da sie welche sind, Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind, M die ihr Bild verloren haben und nun als Metall, nicht mehr als M in Betracht kommen.

Wir wissen immer noch nicht, woher der Trieb zur Wahrheit stammt: denn bis jetzt haben wir nur von der Verpflichtung geh die die Gesellschaft, um zu existieren, stellt: wahrhaft zu sein, das hei die usuellen Metaphern zu brauchen, also moralisch ausgedr von der Verpflichtung, nach einer festen Konvention zu l herdenweise in einem f alle verbindlichen Stile zu l Nun vergi freilich der Mensch, da es so mit ihm steht; er l also in der bezeichneten Weise unbewu und nach hundertj Gew und kommt eben durch diese Unbewu eben durch dies Vergessen zum Gef der Wahrheit. An dem Gef verpflichtet zu sein, ein Ding als „rot“, ein anderes als „kalt“, ein drittes als „stumm“ zu bezeichnen, erwacht eine moralische auf Wahrheit sich beziehende Regung: aus dem Gegensatz des L dem niemand traut, den alle ausschlie demonstriert sich der Mensch das Ehrw Zutrauliche und N der Wahrheit. Er stellt jetzt sein Handeln als “ vern Wesen unter die Herrschaft der Abstraktionen; er leidet es nicht mehr, durch die pl Eindr durch die Anschauungen fortgerissen zu werden, er verallgemeinert alle diese Eindr erst zu entf k Begriffen, um an sie das Fahrzeug seines Lebens und Handelns anzukn Alles, was den Menschen gegen das Tier abhebt, h von dieser F ab, die anschaulichen Metaphern zu einem Schema zu verfl also ein Bild in einen Begriff aufzul Im Bereich jener Schemata n ist etwas m was niemals unter den anschaulichen ersten Eindr gelingen m eine pyramidale Ordnung nach Kasten und Graden aufzubauen, eine neue Welt von Gesetzen, Privilegien, Unterordnungen, Grenzbestimmungen zu schaffen, die nun der andern anschaulichen Welt der ersten Eindr gegen als das Festere, Allgemeinere, Bekanntere, Menschlichere und daher als das Regulierende und Imperativische. W jede Anschauungsmetapher individuell und ohne ihresgleichen ist und deshalb allem Rubrizieren immer zu entfliehen wei zeigt der gro Bau der Begriffe die starre Regelm eines r Kolumbariums und atmet in der Logik jene Strenge und K aus, die der Mathematik zu eigen ist. Wer von dieser K angehaucht wird, wird es kaum glauben, da auch der Begriff, kn und achteckig wie ein W und versetzbar wie jener, doch nur als das Residuum einer Metapher bleibt, und da die Illusion der k eines Nervenreizes in Bilder, wenn nicht die Mutter, so doch die Gro eines jeden Begriffs ist. Innerhalb dieses W der Begriffe hei aber „Wahrheit'“, jeden W so zu gebrauchen, wie er bezeichnet ist, genau seine Augen zu z richtige Rubriken zu bilden und nie gegen die Kastenordnung und gegen die Reihenfolge der Rangklassen zu versto Wie die R und Etrusker sich den Himmel durch starre mathematische Linien zerschnitten und in einen solcherma abgegrenzten Raum, als in ein templum, einen Gott bannten, so hat jedes Volk sich einen solchen mathematisch zerteilten Begriffshimmel und versteht nun unter der Forderung der Wahrheit, da jeder Begriffsgott nur in seiner Sph gesucht werde. Man darf hier den Menschen wohl bewundern als ein gewaltiges Baugenie, dem auf beweglichen Fundamenten und gleichsam auf flie Wasser das Auft eines unendlich komplizierten Begriffsdomes gelingt: freilich, um auf solchen Fundamenten Halt zu finden, mu es ein Bau wie aus Spinnef sein, so zart, um von der Welle mit fortgetragen, so fest, um nicht von jedem Winde auseinandergeblasen zu werden. Als Baugenie erhebt sich solcherma der Mensch weit die Biene: diese baut aus Wachs, das sie aus der Natur zusammenholt, er aus dem weit zarteren Stoffe der Begriffe, die er erst aus sich fabrizieren mu Er ist hier sehr zu bewundern aber nur nicht wegen seines Triebes zur Wahrheit, zum reinen Erkennen der Dinge. Wenn jemand ein Ding hinter einem Busche versteckt, es ebendort wieder sucht und auch findet, so ist an diesem Suchen und Finden nicht viel zu r so aber steht es mit dem Suchen und Finden der „Wahrheit“ innerhalb des Vernunft Bezirkes. Wenn ich die Definition des S mache und dann erkl nach Besichtigung eines Kamels: „siehe, ein S so wird damit eine Wahrheit zwar ans Licht gebracht, aber sie ist von begrenztem Werte, ich meine, sie ist durch und durch anthropomorphisch und enth keinen einzigen Punkt, der „wahr an sich“, wirklich und allgemeing abgesehn von dem Menschen, w Der Forscher nach solchen Wahrheiten sucht im Grunde nur die Metamorphose der Welt in den Menschen, er ringt nach einem Verstehen der Welt als eines menschenartigen Dinges und erk sich bestenfalls das Gef einer Assimilation. wie der Astrolog die Sterne im Dienste der Menschen und im Zusammenhange mit ihrem Gl und Leide betrachtete, so betrachtet ein solcher Forscher die ganze Welt als gekn an den Menschen, als den unendlich gebrochenen Widerklang eines Urklanges, des Menschen, als das vervielf Abbild des einen Urbildes, des Menschen. Sein V erfahren ist, den Menschen als Ma an alle Dinge zu halten: wobei er aber von dem Irrtum ausgeht, zu glauben, er habe diese Dinge unmittelbar, als reine Objekte vor sich. Er vergi also die originalen Anschauungsmetaphern als Metaphern und nimmt sie als die Dinge selbst.

Nur durch das Vergessen jener primitiven Metapherwelt, nur durch das Hart und Starrwerden einer urspr in hitziger Fl aus dem Urverm menschlicher Phantasie hervorstr Bildermasse, nur durch den unbesiegbaren Glauben, diese Sonne, dieses Fenster, dieser Tisch sei eine Wahrheit an sich, kurz nur dadurch, da der Mensch sich als Subjekt, und zwar als k schaffendes Subjekt, vergi lebt er mit einiger Ruhe, Sicherheit und Konsequenz: wenn er einen Augenblick nur aus den Gef dieses Glaubens heraus k so w es sofort mit seinem „Selbstbewu vorbei. Schon dies kostet ihm M sich einzugestehen, wie das Insekt oder der Vogel eine ganz andere Welt perzipieren als der Mensch, und da die Frage, welche von beiden Weltperzeptionen richtiger ist, eine ganz sinnlose ist, da hierzu bereits mit dem Ma der richtigen Perzeption, das hei mit einem nicht vorhandenen Ma gemessen werden m aber scheint mir „die richtige Perzeption“ das w hei der ad Ausdruck eines Objekts im Subjekt ein widerspruchsvolles Unding: denn zwischen zwei absolut verschiednen Sph wie zwischen Subjekt und Objekt, gibt es keine Kausalit keine Richtigkeit, keinen Ausdruck, sondern h ein Verhalten, ich meine eine andeutende eine nachstammelnde in eine ganz fremde Sprache: wozu es aber jedenfalls einer frei dichtenden und frei erfindenden Mittelsph und Mittelkraft bedarf. Das Wort „Erscheinung“ enth viele Verf weshalb ich es m vermeide: denn es ist nicht wahr, da das Wesen der Dinge in der empirischen Welt erscheint. Ein Maler, dem die H fehlen und der durch Gesang das ihm vorschwebende Bild ausdr wollte, wird immer noch mehr bei dieser Vertauschung der Sph verraten, als die empirische Welt vom Wesen der Dinge verr Selbst das Verh eines Nervenreizes zu dem hervorgebrachten Bilde ist an sich kein notwendiges: wenn aber dasselbe Bild millionenmal hervorgebracht und durch viele Menschengeschlechter hindurch vererbt ist, ja zuletzt bei der gesamten Menschheit jedesmal infolge desselben Anlasses erscheint, so bekommt es endlich f den Menschen dieselbe Bedeutung, als ob es das einzig notwendige Bild sei und als ob jenes Verh des urspr Nervenreizes zu dem hergebrachten Bilde ein strenges Kausalit sei; wie ein Traum, ewig wiederholt, durchaus als Wirklichkeit empfunden und beurteilt werden w Aber das Hart und Starr Werden einer Metapher verb durchaus nichts f die Notwendigkeit und ausschlie Berechtigung dieser Metapher.

Es hat gewi jeder Mensch, der in solchen Betrachtungen heimisch ist, gegen jeden derartigen Idealismus ein tiefes Mi empfunden, so oft er sich einmal recht deutlich von der ewigen Konsequenz, Allgegenw und Unfehlbarkeit der Naturgesetze er hat den Schlu gemacht: hier ist alles, soweit wir dringen, nach der H der teleskopischen und nach der Tiefe der mikroskopischen Welt, so sicher, ausgebaut, endlos, gesetzm und ohne L die Wissenschaft wird ewig in diesen Schachten mit Erfolg zu graben haben, und alles Gefundene wird zusammenstimmen und sich nicht widersprechen. Wie wenig gleicht dies einem Phantasieerzeugnis: denn wenn es dies w m es doch irgendwo den Schein und die Unrealit erraten lassen. Dagegen ist einmal zu sagen: h wir noch, jeder f sich, eine verschiedenartige Sinnesempfindung, k wir selbst nur bald als Vogel, bald als Wurm, bald als Pflanze perzipieren, oder s der eine von uns denselben Reiz als rot, der andere als blau, h ein dritter ihn sogar als Ton, so w niemand von einer solchen Gesetzm der Natur reden, sondern sie nur als ein h subjektives Gebilde begreifen. Sodann: was ist f uns ein Naturgesetz? Es ist uns nicht an sich bekannt, sondern nur in seinen Wirkungen, das hei in seinen Relationen zu andern Naturgesetzen, die uns wieder nur als Summen von Relationen bekannt sind. Also verweisen alle diese Relationen immer nur wieder aufeinander und sind uns ihrem Wesen nach unverst durch und durch; nur das, was wir hinzubringen, die Zeit, der Raum, also Sukzessionsverh und Zahlen, sind uns wirk
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