parajumper mantel So fühlen sich 300 PS im neuen Audi S3 an

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Seit dem ersten Golf GTI weiß man, dass viel Power im Kompaktwagen nicht nur ein Grinsen ins eigene Antlitz zaubern kann, sondern vor allem auch lange Gesichter in den automobilen Konkurrenten produziert. Dann nämlich, wenn die in schnell kleiner werdende Endrohre schauen müssen und nicht folgen können. Einen solch bissigen Sportler hatte Audi mit dem S3 schon im Jahr 1999 an den Start gebracht. 2006 folgte dessen Nachfolger und nun im Jahr 2013 prescht Generation Nummer 3 los. Der Neuling steht ab Mitte 2013 als Dreitürer bei den Händlern, der fünftürige Sportback kommt im September 2013. „Understatement“ heißt die Devise und so ist der starke Kompakte eher ein Wolf im Schafspelz als ein Bär im Gorilla Fell. Von den schwächeren A3 Brüdern unterscheidet sich der „S“ dennoch sichtbar: Vorn blitzt der bekannte Singleframe Grill mit Chromrand, grauem Hintergrund und Alu Querstreben. Angedeutete Luftöffnungen an den Seiten des vorderen Stoßfängers und die S typischen Alukappen an den Spiegeln fallen an der Seite ebenso auf wie die 18 Zöller und breitere Schweller. Doch auch hier gilt bei der Umsetzung des Sportgedankens: Weniger ist mehr und so wurde glücklicherweise aufs üppige berschütten mit Karbon und Alu Applikationen verzichtet. Die speziellen S Sportsitze in unserem Testwagen sind schwarz beledert, haben integrierte Kopfstützen und sind für 645 Euro Aufpreis zu haben. Die lohnen sich aber: Die Stühle geben auch bei starken Fliehkräften in schnell gefahrenen Kurven zupackenden Seitenhalt und sind dennoch im Alltag schön bequem. Mit seinem Vorgänger hat er nur noch den Hubraum von 1.984 Kubikzentimeter gemeinsam. Zu den Neuerungen gehört eine zusätzliche, so genannte indirekte Einspritzung. Sie unterstützt die Benzindirekteinspritzung FSI im Teillastbereich und soll helfen, den Verbrauch und die Emissionen zu senken. Im Leerlauf verrät der sonor brummende Klang, dass die Audi Ingenieure im oft kritisierten Punkt „Motormusik“ ihre Hausaufgaben gemacht haben. Ein Soundaktuator an der Stirnwand des Motorraumes überträgt die Geräusche nach innen, sodass die Maschine kernig zu hören ist. Bei höheren Drehzahlen werden die Töne auf Knopfdruck noch voller, dann öffnen sich zusätzlich zwei Soundklappen in der Abgasanlage.

Handschaltung mit langen Wegen

Das Otto Aggregat liefert saftige 300 PS bei 5.500 Touren und ein maximales Drehmoment von beachtlichen 380 Newtonmeter. Was auf dem Papier ein knackiges Kompaktauto verspricht, wird in der Praxis spaßbringend umgesetzt. Da das Drehmoment Maximum zwischen 1.800 und 5.500 Touren anliegt, gehts aus dem Tourenkeller drehfreudig und mit viel Druck nach oben. Der Vierzylinder ist so agil, dass bei unserem ersten Ausritt der Drehzahlbegrenzer öfter mal schützend eingreifen musste. Leider arbeitet die Sechsgang Handschaltung nicht ganz so dynamisch: Die Gänge flutschen zwar knackig an die richtige Stelle, aber die Wege dürften gern kürzer ausfallen. Wer nicht unbedingt eine manuelle Box fürs Sportwagen Feeling braucht und saftige 1.900 Euro Aufpreis nicht scheut, sollte also zur S tronic greifen. Das Doppelkupplungsgetriebe wechselt seine sechs Gänge nicht nur blitzschnell, sondern bei normaler Fahrweise auch nahezu unbemerkt. Wie gehabt, lassen sich die Gänge auf Wunsch auch per Wippen am Lenkrad oder am Hebel tauschen. Darüber hinaus ist mit der S tronic eine Sprintzeit von 4,8 Sekunden von null auf 100 drin,
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mit der Handschaltung schafft das ein Profi in 5,2 Sekunden. Beide Varianten werden bei 250 km/h abgeregelt.

Setup auf Tastendruck

Per „drive select“ Taste lässt sich festlegen, ob man sportlich, komfortabel oder Sprit sparend unterwegs sein möchte. Gasannahme, Lenkung und Motorsound werden dann auf den jeweiligen Wunsch abgestimmt. Falls ein adaptives Dämpfersystem (980 Euro Aufpreis) an Bord ist, wird auch die Härte des Unterbaus verändert. In einem Automatikmodus wird das passende Setup je nach Fahrsituation vom Steuergerät selbst gewählt.

Viel Vergnügen im Dynamik Modus

Im Dynamik Modus bringt der S3 am meisten Fahrvergnügen, vor allem auf kurvigen Landstraßen. Nicht nur der agile Vorwärtsdrang und mächtig viel Druck bei Zwischenspurts machen die sportlichen Eigenschaften aus, auch die Lenkung trägt ihr Schärflein zum Genuss bei. Die Progressivlenkung besitzt eine variable bersetzung: Beim Geradeausfahren reagiert die Steuerung gelassen, in engen Serpentinen hingegen agiert sie sehr viel direkter. Dadurch lässt sich der S3 rasant und exakt um die Ecke dirigieren. Der Aufbau wankt dabei nur wenig, das um 25 Millimeter tiefergelegte S Sportfahrwerk lässt den rund 1,5 Tonnen schweren Ingolstädter beinahe wie ein Go Kart auf der Straße liegen. Der Allradantrieb quattro sorgt dabei dafür, dass das Auto stets in der Spur bleibt. Bei normaler Fahrt auf trockenem Asphalt werden überwiegend die Vorderräder angetrieben. Falls vorn die Traktion schwindet, schickt eine Lamellenkupplung die Antriebskräfte auch an die Hinterräder. Das trägt zu einem fast neutralen Kurvenverhalten bei.

Den Verbrauch des S3 beziffert Audi auf 7,0 Liter für den Schalter und auf 6,9 Liter für die S tronic Variante. Das klingt nach nicht viel für ein 300 PS Auto, es dürfte aber nur wenigen gelingen, diesen Wert in der Praxis zu erreichen. Wir haben beim ambitionierten Test einen Wert von über 12 Liter am Bordcomputer abgelesen und selbst bei gemäßigter Fahrweise waren es noch acht Liter. Auch der Anschaffungspreis ist nicht gerade niedrig: 38.900 Euro ruft der Hersteller für den S3 mit Schaltgetriebe auf. Dafür sind dann zwar Klimaautomatik und Xenonlicht schon montiert, aber wer noch ein paar Extras wie ein Schlüssellos System, den Spurverlassenswarner oder einen Abstandstempomaten bestellt, kann die Summe unterm Strich locker auf 45.000 Euro und mehr bringen.
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